08. Aug. 2018
Norbert Bader
2 min Lesezeit

Alexa und Co. - Wie sieht die Zukunft des Voice as UI-Markts aus?

„Alexa, wie wird das Wetter?“, „Alexa, was steht auf meiner Einkaufsliste?“ – Der Amazon Echo Alexa ist heutzutage ein stetiger Begleiter in den Häusern von zahlreichen Endkunden und das Beispiel für den Smart Speaker in vielen Bereichen. Doch was hat es mit dem Hype von 2017 auf sich?

Was haben die ersten Praxiserfahrungen gezeigt und viel wichtiger, ist Alexa auch wirklich der größte Player am Markt? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der folgende Blogartikel. Er gibt einen kurzen Überblick über die aktuellen Anbieter und wagt einen Blick in die Zukunft, mit welchen Smart Speaker Anbietern man auch in Bezug auf seine Online-Marketing-Maßnahmen in den nächsten Jahren rechnen muss.


Der Voice-as-UI Markt

2018 ist das Jahr in dem Voice Anwendungen zum Massenphänomen werden: Google und Amazon haben in den letzten 12 Monaten mehr als 40 Millionen Geräte abgesetzt. (https://www.canalys.com/). Im ersten Quartal 2018 wurden erstmals mehr Google Home Smart Speaker abgesetzt als Amazon Echos.

Worldwide smart speaker market 2018

Beeindruckender ist aber eine andere Zahl im Voice-as-UI-Umfeld: Die Anzahl aller Android Smartphones, die weltweit ausgerollt werden. Auf diesen sind bereits Google Now und der Google Assistant als Voice Applikation vorinstalliert. Mit einer Marktdominanz von ca. 80 % am Smartphone-Markt ergibt das ca. 1,15 Mrd. Voice fähige Smartphones - nur im Jahr 2017.

Allein durch diese Masse an Voice-Geräten ist Voice-as-UI hochrelevant. Denn: mit Voice-as-UI lässt sich einfach Umsatz machen und Geld verdienen. Dies zeigen auch die Erfahrungen mit Alexa. Mehr als 57 % der Amazon Alexa Besitzer kaufen via Alexa bei Amazon ein. Und Sie kaufen 29 % mehr bei Amazon ein als vor dem Besitz ihres Amazon Echos (Studie: infoscout, forbes). Zudem sind Alexa Prime Kunden in den USA die Kundengruppe, die den meisten Umsatz generiert (zwischen 1.200-1.500 US Dollar) gegenüber klassischen Amazon Kunden ohne Alexa (600-700 Dollar).

Nutzung von digitalen virtuellen Assistenten

 

Die führenden Voice-as-UI Plattformen:

Bekannt auf dem Markt sind meist nur die großen Player. Entsprechend beschränkt sich die Wahrnehmung in der Branchendiskussion bislang meistens auf die drei Bekanntesten:

  • Amazon Alexa
  • Google Assistant und Home
  • Apple Siri

 Samsung Bixby/Microsoft Cortona werden meist nur beiläufig genannt. Bei dieser Betrachtung werden aber gerne weitere Player übersehen, die zwar etwas später, aber dafür mit großem Engagement an ihren eigenen Plattformen, in den Markt eintraten:

  • WeChat als weltweit größter Messenger mit integrierter Shopping und Payment Plattform
  • IBM als vertikaler Integrator und Plattformanbieter
  • Die Sprachsysteme und Dialogplattformen der Automobilhersteller
  • Und natürlich auch Facebook, bei dem wir noch 2019 mit dem Release eines Voice Assistenten rechnen

Unter Betrachtung all dieser Anbieter, räumen wir dennoch einem der drei bekanntesten Player klare Wettbewerbsvorteile ein: Google mit seinem Google Now und Google Assistant, der mit dem „automatischen Marktzugang“ über allein 1 Mrd. neue Android Smartphones pro Jahr einen klaren Vorsprung gegenüber den anderen Anbietern hat. Für die Wirkung dieses Vorsprungs sprechen auch die in Q1/2018 erreichten Absatzzahlen der Google Home Smart Speaker, die erstmals vor den Amazon Echo Verkäufen lagen (Quelle: https://www.canalys.com/).

Ein weiterer Vorteil von Google ist die überlegene KI des Google Assistants. Alle Wettbewerber arbeiten daran, aus den bislang recht einfach gestrickten Voice Assistenten intelligente, smarte und empathische Dialogpartner zu machen. Dazu sind riesige Datenmengen nötig, um über Deep Learning die KI zu einer semantischen Analyse zu befähigen. Das Ziel lautet NLP (Natural Language Processing) und das Bestehen des Turing Tests. Dadurch soll und wird empathisch und situativ richtig auf die individuelle Persönlichkeit des Nutzers und aktuellen Nutzungskontext eingegangen. Nur mit riesigen und sich erneuernden Datenmengen gelingt die Mustererkennung und die Entwicklung neuronaler Netze.
Und mit den mehr als 2,65 Mrd. Android Geräten, die weltweit täglich im Gebrauch sind, laufen bei Google tagtäglich Voice Daten ein. Während Alexa auf den Kaufprozess von standardisierten Produkten des täglichen Bedarfs spezialisiert ist, ist Google führend beim universellen und kontextbasierten Dialog der Nutzer.

Fazit

Klar ist, Voice-as-UI Plattformen bzw. Smart Speaker sind die Zukunft. Sie sind nicht nur ein Hype, sondern werden bald überall Einzug gehalten haben. Die Chancen, die sich aus diesen Plattformen auch für Bereiche wie das Online-Marketing und die Digitalisierungsstrategie ergeben, sind groß. Auch im Bereich Kundenservice halten sie als Conversational Service verstärkt Einzug. Zu beobachten in den Entwicklungen bleiben speziell die drei großen Player. Im Fokus dann natürlich ganz klar Google. Aber auch die neuen Player und noch kleine Marktteilnehmer haben durchaus Potenzial und sollten nicht vernachlässigt werden.

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